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Schoppmeyer – 60. Lfg. 09.2014 – INSO § 131 – Inkongruente Deckung
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH & Co. KG © RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH & Co. KG 978-3-8145-8700-4 Kübler/Prütting/Bork (Hrsg.), InsO: Kommentar zur Insolvenzordnung 2015 § 131 Inkongruente Deckung
(1) Anfechtbar ist eine Rechtshandlung, die einem Insolvenzgläubiger eine Sicherung oder Befriedigung gewährt oder ermöglicht hat, die er nicht oder nicht in der Art oder nicht zu der Zeit zu beanspruchen hatte,
  • 1. wenn die Handlung im letzten Monat vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder nach diesem Antrag vorgenommen worden ist,
  • 2. wenn die Handlung innerhalb des zweiten oder dritten Monats vor dem Eröffnungsantrag vorgenommen worden ist und der Schuldner zur Zeit der Handlung zahlungsunfähig war oder
  • 3. wenn die Handlung innerhalb des zweiten oder dritten Monats vor dem Eröffnungsantrag vorgenommen worden ist und dem Gläubiger zur Zeit der Handlung bekannt war, dass sie die Insolvenzgläubiger benachteiligte.
(2) 1Für die Anwendung des Absatzes 1 Nr. 3 steht der Kenntnis der Benachteiligung der Insolvenzgläubiger die Kenntnis von Umständen gleich, die zwingend auf die Benachteiligung schließen lassen. 2Gegenüber einer Person, die dem Schuldner zur Zeit der Handlung nahe stand (§ 138), wird vermutet, dass sie die Benachteiligung der Insolvenzgläubiger kannte.
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Übersicht

I. Allgemeines II. Allgemeine Anfechtungsvoraussetzungen 1. Rechtshandlung 2. Gläubigerbenachteiligung a) Allgemeines b) Kausalität zwischen Inkongruenz und Gläubigerbenachteiligung III. Besondere Voraussetzungen in objektiver Hinsicht 1. Insolvenzgläubiger 2. Inkongruente Deckungen a) Allgemeines aa) Inkongruenz als Abweichung von der materiellen Rechtslage bb) Nachträgliche Abreden cc) Ausmaß der Inkongruenz dd) Besondere Fallgestaltungen ee) Umfang der Anfechtung b) Inkongruente Befriedigungen aa) Nicht zu beanspruchende Befriedigung bb) Nicht in der Art zu beanspruchende Befriedigung cc) Nicht zu der Zeit zu beanspruchende Befriedigung c) Inkongruente Sicherungen aa) Nicht zu beanspruchende Sicherung (1) Allgemeines (2) Inkongruenz wegen unzureichenden Anspruchs auf Sicherung (3) Inkongruenz wegen unzureichend bestimmten Sicherungsgegenstands (4) Inkongruenz wegen unzureichend bestimmter Forderung (5) Inkongruenz gesetzlicher Sicherungsrechte und -ansprüche bb) Nicht in der Art zu beanspruchende Sicherung cc) Nicht zu der Zeit zu beanspruchende Sicherung d) Besondere Fallgruppen inkongruenter Deckungen aa) Zwangsvollstreckungshandlungen bb) Sonstige Drohungen oder Zwangslagen cc) Aufrechnung und Verrechnung 3. Einzeltatbestände a) § 131 Abs. 1 Nr. 1 b) § 131 Abs. 1 Nr. 2 c) § 131 Abs. 1 Nr. 3 als Sonderfall IV. Subjektive Voraussetzungen 1. § 131 Abs. 1 Nr. 1 und 2 2. § 131 Abs. 1 Nr. 3 V. Darlegungs- und Beweislast 1. Grundsatz 2. Darlegungs- und Beweislast bei § 131 Abs. 1 Nr. 3

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