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Bartels – 100. Lfg. 06.2024 – InsO § 129 – Grundsatz
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH & Co. KG © RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH & Co. KG 978-3-8145-8700-4 Prütting/Bork/Jacoby (Hrsg.), KPB – Kommentar zur Insolvenzordnung 2024 § 129 Grundsatz
(1) Rechtshandlungen, die vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens vorgenommen worden sind und die Insolvenzgläubiger benachteiligen, kann der Insolvenzverwalter nach Maßgabe der §§ 130 bis 146 anfechten.
(2) Eine Unterlassung steht einer Rechtshandlung gleich.
Literatur: Ahrendt/Struck, Kein Anfechtungsrecht des Verwalters bei Masseunzulänglichkeit?, ZInsO 2000, 264; Ahrens, Insolvenzanfechtung einer erfüllten Bewährungsauflage, NZI 2001, 456; Albers, Deckungen zur Gläubigerbenachteiligung?, KTS 2022, 173; Albrecht/Roggenkamp, Vereinsgesetz, Kommentar, 2. Aufl., 2024; Altmeppen, Endet die Privilegierung rechtsgrundloser Dividendenausschüttungen in der Insolvenz der AG?, ZIP 2023, 1217; App, Anfechtung der Zahlung oder Sicherung von Steuern, NJW 1985, 3001; Armbrüster, Anfechtbarkeit oder Nichtigkeit von Rechtshandlungen mit Gläubigerbenachteiligungsvorsatz, in: Festschrift Canaris, 2007, S. 23; Balz, Das Europäische Insolvenzübereinkommen, ZIP 1996, 948; F. Bartels, Von uneigennützig dazwischentretenden Dritten und freigiebigen Schuldnern: Neue Schlagwärter in der Rechtsprechung zum Insolvenzanfechtungsrecht, ZIP 2019, 789; K. 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Übersicht

A. Allgemeines I. Gesetzessystematik II. Normzweck III. Gesetzeshistorie IV. Internationales Insolvenzanfechtungsrecht V. Gang der Kommentierung B. Rechtshandlung I. Zivilrechtsakzessorietät des Anfechtungsrechts 1. Begriff a) Folgenlose Vorgänge b) Subjektive Momente c) Lebenssachverhalt und Rechtshandlungsbegriff 2. Zivilrechtliche Tatbestände a) Realakte aa) Arbeitskraft bb) Sachenrechtliche Folgen cc) Deliktische Handlungen b) Rechtsgeschäftsähnliche Handlungen c) Einseitige Rechtsgeschäfte d) Zweiseitige Rechtsgeschäfte aa) Verpflichtungsgeschäfte bb) Verfügungsgeschäfte e) Sog. Mehrpersonenverhältnisse 3. Rechtswirksamkeit a) Rechtshandlung und Rechtsschein aa) Verbleibende Rechtshandlung am Beispiel der Übereignung bb) Rechtsschein und Rechtsverlust cc) Doppelwirkungen im Recht b) Nichtigkeit und Anfechtbarkeit im Anfechtungsprozess c) Kasuistik aa) Bedingung und Genehmigung bb) Rechtshandlungen eines Geschäftsunfähigen cc) Scheingeschäfte dd) Gesetzesverstoß und Sittenwidrigkeit ee) Zivilrechtliche Anfechtbarkeit ff) Heilung und unvollkommene Verbindlichkeiten gg) Verfahrensmäßige Unwirksamkeit 4. Unterlassungen (Abs. 2) a) „Unterlassen“ ist Voraussetzung eines Tatbestands, aber kein eigener Tatbestand aa) Tatbestandsmerkmal statt Tatbestand bb) „Verjährenlassen“ cc) Nichtgeltendmachen von Rechten b) Ursächlichkeit c) Zeitpunkt (§ 140) d) Bewusstsein der Rechtserheblichkeit e) Kein „Handlungsgebot“ erforderlich f) Kasuistik aa) Unterlassen als Tatbestandsmerkmal bb) Unterlassen als eigener Tatbestand cc) Erkenntnisverfahren dd) Zwangsvollstreckung ee) Möglicher Erwerb 5. Keine Verklammerung verschiedener Rechtshandlungen a) Gesamttatbestand und „Einzelbetrachtung“ b) Ausnahme des Leistungsaustauschs (§ 142) II. Prozess- und Verfahrenshandlungen III. Modifikationen des Rechtshandlungsbegriffs IV. Zeitpunkt (§ 140) 1. Eröffnung des Insolvenzverfahrens 2. Abweichende Zeitpunkte (§ 140 Abs. 2 und 3) 3. Nach Verfahrenseröffnung vorgenommen V. Urheber der Rechtshandlung 1. Allgemeines 2. Insolvenzschuldner a) Zurechenbarkeit von Willenserklärungen b) Zurechenbarkeit von Realakten c) Zurechenbarkeit von Verfügungen d) Prozess- und Verfahrenshandlungen e) Gesamtrechtsnachfolge f) Eigenverwaltungsverfahren g) Eröffnungsverfahren h) Insolvenzgericht 3. Insolvenzverwalter 4. Vorläufiger Insolvenzverwalter a) „Starker“ vorläufiger Insolvenzverwalter b) „Schwacher“ vorläufiger Insolvenzverwalter aa) „Schwacher“ vorläufiger Insolvenzverwalter mit Einzelermächtigungsanordnung bb) „Schwacher“ vorläufiger Insolvenzverwalter mit Zustimmungsvorbehalt cc) Kein Vertrauensschutz (§ 242 BGB) (1) Fälle schützenswerten Vertrauens (2) Fälle fehlenden schützenswerten Vertrauens (3) Begrenzung der Insolvenzanfechtung (4) Kein Vertrauenstatbestand ersichtlich c) Begründung und Erfüllung von Steuer- und Sozialversicherungsverbindlichkeiten 5. Insolvenzgläubiger 6. Verfahrensfremde Dritte a) Privatrechtliche Zustimmung eines Dritten b) Mitwirkung einer Behörde oder eines Gerichts c) Sachwalter einer Pfandbriefbank C. Gläubigerbenachteiligung I. Verringerung des Vermögens („Aktivminderung“) 1. Bestimmung der Insolvenzmasse a) Bei Verfahrenseröffnung vorhandenes Vermögen aa) Sachen bb) Rechte cc) Schuldnerfremde Gegenstände und Aussonderung (1) Aussonderung (2) Kein Vermögensbezug (3) Klausel für den Insolvenzfall (4) Zahlung von Gesamtsozialversicherungsbeiträgen dd) Gegenstand aus Straftat erlangt ee) Gemeinschaftsverhältnisse ff) Überlassung auf Zeit (1) Leihe (2) Darlehen (3) Dienst- oder Arbeitsvertrag b) Künftiges Vermögen und Nichtwahrnehmung von Chancen aa) Gesicherte Rechtsposition bb) Unterbrechung eines Kausalverlaufs 2. Aufhebung, Belastung, Inhaltsänderung oder Übertragung II. Vergrößerung der Verbindlichkeiten („Passivmehrung“) III. Beeinträchtigung des Gläubigerzugriffs 1. Begriff der Insolvenzgläubiger a) Insolvenzgläubiger in ihrer Gesamtheit b) Einzelne Insolvenzgläubiger c) Nachrangige Insolvenzgläubiger d) Andere Verfahrensbeteiligte 2. Beeinträchtigung der Befriedigungsmöglichkeiten a) Haftungsbeschlag aa) Wegen des Schuldnerschutzes unpfändbare Gegenstände (1) Schuldnerschutz in der Mobiliarsachpfändung (2) Schuldnerschutz in der Forderungspfändung (3) Schuldnerschutz in der Immobiliarpfändung (4) Vollstreckungsbeschränkende Gerichtsentscheidungen (5) Vollstreckungsbeschränkende Vereinbarungen bb) Unübertragbare Forderungen und Vermögensrechte (1) Gesetzliche Verbote (2) Beschränkt pfändbare Forderungen (3) Gesamthands- und Gütergemeinschaftsanteile (4) Inhaltsänderung (5) Zweckbindung (a) Abgrenzung zur Zweckbestimmung (b) Kasuistik (6) Rechtsgeschäftliche Abtretungsverbote cc) Persönlichkeitsrechte und höchstpersönliche Rechte dd) Arbeitskraft des Schuldners und selbstständige Tätigkeit ee) Keine „potenzielle“ Insolvenzmasse b) Bestimmten Gläubigern zugewiesene Vermögenswerte c) Ausreichende Masse d) Beeinträchtigende Rechtsfolgen aa) Treuhand bb) Entgangene Nutzungsmöglichkeiten cc) Rechtsschein dd) Scheinrechte 3. Wirtschaftlich „neutrale“ Handlungen a) Wertlose Gegenstände b) Belastete Gegenstände (Absonderung) aa) Absonderungsrechte bb) Verfügungen über wertausschöpfend belastete Gegenstände (1) Ermittlung der wertausschöpfenden Belastung (2) Nachteil trotz wertausschöpfender Belastung (3) Wegfall der wertausschöpfenden Belastung cc) Befriedigung von absonderungsberechtigten Gläubigern dd) Feststellungskosten- und Verwertungskostenpauschale c) Erstarken eines Anwartschaftsrechts zum Vollrecht d) Verpflichtung bei Freistellungsanspruch e) Keine Betrachtung der Rechtsfolgen der Anfechtbarkeit auf Tatbestandsseite 4. Masse- und aussonderungsberechtigte Insolvenzgläubiger 5. Masse- und Massekostenarmut a) Anfechtung zur Verfahrensfinanzierung b) Keine Insolvenzanfechtung zur Verfahrensfinanzierung c) Angezeigte und beseitigbare Massearmut IV. Kausalität 1. Begründung der Kausalität a) „Natürliche“ Kausalität aa) Differenzhypothese bb) Keine Einschränkung auf Tatbestandsseite cc) Mehrere oder verschiedene Ursachen b) Unmittelbare Gläubigerbenachteiligung aa) Anfechtungstatbestände bb) Verpflichtungsgeschäft cc) Erfüllung einseitiger Verpflichtungen des Insolvenzschuldners dd) Austauschgeschäfte c) Mittelbare Gläubigerbenachteiligung aa) Kasuistik bb) Zeitpunkt (§ 140) cc) Bilanzielle Betrachtungsweise d) Unbeachtlichkeit hypothetischer Kausalverläufe aa) Hypothetische Erwägungen zugunsten der Masse bb) Hypothetische Erwägungen zugunsten des Anfechtungsgegners (1) Ablösung eines Absonderungsrechts im Besonderen (2) Kasuistik unzulässiger hypothetischer Erwägungen cc) Hypothetische Erwägungen auf Rechtsfolgenseite 2. Vorteilsausgleichung a) Vorteilhafte und nachteilige Folgen verschiedener Rechtshandlungen (§ 142 Abs. 1) aa) Gesamtbetrachtung und Einheitslehre (1) Verhältnis von Leistung und Gegenleistung (2) Bewertung der Gegenleistung (3) Vorleistungsrisiko (4) Weitere Entwicklungen in der Literatur bb) Eigener Ansatz: Bargeschäft und Gläubigerbenachteiligung (1) Rechtshandlung und unmittelbarer Nachteil (2) Mittelbarer Nachteil und Verlustrisiko (3) Vorleistungsrisiko (4) Rechtsfolgenseite und Verlustrisiko b) Vorteilhafte und nachteilige Folgen einer Rechtshandlung aa) Gleichzeitig eintretende vorteilhafte und nachteilige Folgen bb) Wegen der nachteiligen Folge eintretende vorteilhafte Folge cc) Folgen eines Verpflichtungsvertrags c) „Aspekte einer Vorteilausgleichung“ 3. „Wegfall“ der Kausalität a) Nachträgliche Beseitigung des rechtlichen Nachteils aa) Wertung auf Tatbestandsseite (1) Vorweggenommene Befriedigung des Rückgewähranspruchs (2) Eigenständiger Vermögenswert (3) Wegfall des Zurechnungszusammenhangs bb) Eigener Ansatz: Wertung auf Rechtsfolgenseite (1) Nicht durchgeführte Verpflichtungsgeschäfte (2) Erfüllungsgeschäfte (3) Unmöglichkeit (4) Laufende Geschäftsbeziehungen cc) Leistung nach Verfahrenseröffnung und Forderungsanmeldung dd) Anfechtungsgegner verhält sich so, wie sich Insolvenzverwalter hätte verhalten müssen b) Nachträglicher Wegfall des wirtschaftlichen Nachteils c) Gerichtlicher Vollstreckungsschutz d) Ansprüche gegen den vorläufigen Insolvenzverwalter V. Zeitpunkt (§ 140) D. Anfechtbarkeit I. Folgen der Anfechtbarkeit 1. Allgemeine zivilrechtliche Folgen a) Kein Rechtsmangel und kein Zurückweisungsrecht des späteren Anfechtungsgegners b) Keine zivilrechtliche Nichtigkeit c) Verhältnis zu anderen Herausgabeansprüchen 2. Teilanfechtung a) „Wertdifferenzanfechtung“ b) Einzelne Vertragsklauseln c) Einheitliche Vertragsurkunde d) Ausreichende Insolvenzmasse 3. Nachteilige Folgen für die Insolvenzgläubiger a) Anfechtungseinrede (§ 146 Abs. 2) und Erfüllungsablehnung (§ 103 Abs. 2 Satz 1) b) Rückgewähranspruch (§ 143 Abs. 1) c) Wertersatzanspruch d) Aufrechnungssperre (§ 96 Abs. 1 Nr. 3) aa) Voraussetzungen bb) Rechtsfolgen cc) Aufrechnungssperre und Insolvenzanfechtung e) Rückschlagsperre (§ 88) und vergleichbare Regelungen aa) Voraussetzungen bb) Rechtsfolgen cc) Strafprozessualer Vermögensarrest (§ 111i StPO) dd) Sog. Vereinsverbot (§ 12 Abs. 5 Satz 1 VereinsG) 4. Vorteilhafte, aber ungerechtfertigte Folgen für die Insolvenzgläubiger (§ 144) II. Aktivlegitimation 1. Massebezogene Benachteiligung a) Mit Verfahrenseröffnung eintretende Anfechtbarkeit nach der Insolvenzordnung b) Bei Verfahrenseröffnung bereits eingetretene Anfechtbarkeit und Verhältnis zur Einzelgläubigeranfechtung nach dem Anfechtungsgesetz aa) Verhältnis von Einzelgläubiger zur Insolvenzanfechtung (1) Sinn und Zweck (2) Verhältnis der Anfechtungssysteme nach Anfechtungsgesetz und Insolvenzordnung (a) Durchsetzungssperre (b) Prozessaufnahme (c) Prozessstandschaft und Insolvenzanfechtung (d) Verbraucherinsolvenzverfahren (§ 313 Abs. 2 Satz 1 a. F.) (3) Einzelanfechtung von Verfahrensbeteiligten bb) Bloße Anfechtbarkeit nach dem Anfechtungsgesetz cc) Anhängiger Einzelanfechtungsprozess dd) Abgeschlossener Einzelanfechtungsprozess ee) Erfüllter Einzelanfechtungsanspruch ff) Anfechtbarkeit nach Verfahrensbeendigung c) Anfechtung in einer Folgeinsolvenz 2. Anfechtungsberechtigung a) Insolvenzverwalter b) Vorläufiger Insolvenzverwalter c) Insolvenzschuldner und Sachwalter in der Eigenverwaltung d) Insolvenzgläubiger und absonderungsberechtigte Insolvenzgläubiger, Gläubigerausschuss und Gläubigerversammlung e) Massegläubiger f) Dritte, namentlich die Bundesagentur für Arbeit 3. Verfügbarkeit des Anfechtungsrechts a) Keine Akzessorietät des Anfechtungsrechts b) „Freigabe“ des Anfechtungsanspruchs III. Passivlegitimation 1. Vorteilserlangung a) Unmittelbarer rechtlicher Vorteil bei dem Anfechtungsgegner b) Bloß mittelbarer rechtlicher Vorteil c) Vorteil bei Dritten und mittelbare Zuwendungen 2. Einzelrechtsnachfolge durch die Bundesagentur für Arbeit IV. Ausschluss der Anfechtbarkeit 1. Geringwertige Gelegenheitsgeschenke (§ 134 Abs. 2) 2. Restrukturierungsplan (§ 90 Abs. 1 StaRUG) und gerichtlich bestätigter Sanierungsvergleich (§ 97 Abs. 3 StaRUG) a) Betroffene Forderungen b) Betroffener Zeitraum c) Übertragung des Vermögens oder wesentlicher Teile 3. Ausschluss durch fremde Rechtsordnung (Art. 16 EuInsVO und § 339) 4. Ausschluss für den COVID-19-Aussetzungszeitraum V. Ende der Anfechtbarkeit 1. Erfüllung und Erfüllungssurrogate 2. Verfahrensbeendigung und Ausnahmen 3. Feststellung zur Tabelle 4. Undurchsetzbarkeit des Anfechtungsanspruchs (§ 146 InsO, § 242 BGB) VI. Übermäßige Abschöpfung durch Insolvenzanfechtung E. Darlegungs- und Beweislast I. Allgemeine Voraussetzungen und Abwehr der Anfechtbarkeit II. Rechtshandlung und Unterlassen III. Gläubigerbenachteiligung IV. Kausalität und Zurechnungszusammenhang V. Rückforderungsanspruch des Anfechtungsgegners VI. Moratorium bei Kredit- und Finanzdienstleistungsinstituten

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