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Tintelnot – 32. Lfg. 04.2008 – INSO § 115 – Erlöschen von Aufträgen
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH © RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH 978-3-8145-8700-4 Kübler/Prütting/Bork (Hrsg.), InsO: Kommentar zur Insolvenzordnung 2015 § 115 Erlöschen von Aufträgen
(1) Ein vom Schuldner erteilter Auftrag, der sich auf das zur Insolvenzmasse gehörende Vermögen bezieht, erlischt durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens.
(2) 1Der Beauftragte hat, wenn mit dem Aufschub Gefahr verbunden ist, die Besorgung des übertragenen Geschäfts fortzusetzen, bis der Insolvenzverwalter anderweitig Fürsorge treffen kann. 2Der Auftrag gilt insoweit als fortbestehend. 3Mit seinen Ersatzansprüchen aus dieser Fortsetzung ist der Beauftragte Massegläubiger.
(3) 1Solange der Beauftragte die Eröffnung des Verfahrens ohne Verschulden nicht kennt, gilt der Auftrag zu seinen Gunsten als fortbestehend. 2Mit den Ersatzansprüchen aus dieser Fortsetzung ist der Beauftragte Insolvenzgläubiger.
Früheres Recht und Entwurfsregelungen: § 23 Abs. 1, § 27 KO; § 133 RegE.
§ 116 Erlöschen von Geschäftsbesorgungsverträgen
1Hat sich jemand durch einen Dienst- oder Werkvertrag mit dem Schuldner verpflichtet, ein Geschäft für diesen zu besorgen, so gilt § 115 entsprechend. 2Dabei gelten die Vorschriften für die Ersatzansprüche aus der Fortsetzung der Geschäftsbesorgung auch für die Vergütungsansprüche. 3Satz 1 findet keine Anwendung auf Überweisungsverträge sowie auf Zahlungs- und Übertragungsverträge; diese bestehen mit Wirkung für die Masse fort.
Früheres Recht und Entwurfsregelungen: § 23 Abs. 2, § 27 KO; § 134 RegE
Literatur: Aderhold, „Widersprüche“ im Einzugsermächtigungsverfahren und Bereicherungsausgleich, in: Festschrift H. P. Westermann, 2008, S. 3 ff; Bappert, Konkurs- und Vergleichsfragen im Buchhandel, JZ 1952, 217; Berthold, Unternehmensverträge in der Insolvenz, 2004; Bork, Die Insolvenz der Wohnungseigentümergemeinschaft, ZInsO 2005, 1067; ders., Lastschriften in der Insolvenz des Lastschriftschuldners, in: Festschrift Gerhardt, 2004, S. 69; ders., Zahlungsverkehr in der Insolvenz, 2002; ders., Die Doppeltreuhand in der Insolvenz, NZI 1999, 337; Brink, Rechtsprobleme des Factors in der Insolvenz seines Kunden, ZIP 1987, 817; Conrad, Wege zum Quellcode II, ITRB 2005, 283; Dampf, Die Rückführung von Kontokorrentkrediten in der Unternehmenskrise und ihre Behandlung nach KO und InsO, KTS 1998, 145; Emde/Kelm, Der Handelsvertretervertrag in der Insolvenz des Unternehmens, ZIP 2005, 58; Fischer, Der maßgebliche Zeitpunkt der anfechtbaren Rechtshandlung, ZIP 2004, 1679; ders., Widerspruch des Insolvenzverwalters im Lastschriftverkehr, in: Festschrift Gerhardt, 2004, S. 223; Gerhardt, Zahlungseingänge auf ein debitorischen Konto in der Krise und während des Konkurs- bzw. Eröffnungsverfahrens, in: Festschrift Zeuner, 1994, S. 353; Gundlach/Frenzel/Schmidt, Die Wohnungseigentümergemeinschaft in der Insolvenz, NZI 2006, 437; Hadding, Kann der Insolvenzverwalter ohne „anerkennenswerte Gründe“ Kontobelastungen wegen eingelöster Einzugsermächtigungslastschriften widersprechen, WM 2005, 1549; Häuser, Überweisungsvertrag, Girovertrag und Kontrahierungszwang, in: Festschrift Horn, 2006, S. 735; Heeseler/Rossel, Zentralregulierung in der Insolvenz, WM 2003, 2360; Heile, Die Anweisung im Konkurs des Anweisenden, 1976; Hirschberger, Die Doppeltreuhand in der Insolvenz und Zwangsvollstreckung, 2005; Hölzle, Das Steuerberatungsmandat in der Insolvenz des Mandanten, DStR 2003, 2075; Jacobi, Die Aufrechnungsbefugnis des Rechtsanwalts in der Insolvenz des Mandanten, NZI 2007, 495; Jungmann, Grenzen des Widerspruchsrechts des Insolvenzverwalters beim Einzugsermächtigungsverfahren, NZI 2005, 84; Kieper, Abwicklungssysteme in der Insolvenz, 2004; Kießling, Die Kontenführung im Insolvenzverfahren, vor allem durch Rechtsanwälte, NZI 2006, 440; Klerx, Ersetzung des bestellten Abschlussprüfers durch den Insolvenzverwalter, NZG 2003, 943; Küppers/Louven/Schröder, Contractual Trust Arrangements – Insolvenzsicherung und Bilanzverkürzung, BB 2005, 763; Nielsen, Die Stellung der Bank im Konkurs des Kreditnehmers bei der Import- und Exportfinanzierung, ZIP 1983, 131; Nobbe, Zahlungsverkehr und Insolvenz, KTS 2007, 397; ders., Das Girokonto in der Insolvenz, in: Prütting (Hrsg.), Insolvenzrecht 1996, RWS-Forum 9, 1997, S. 99; Obermüller, Die Insolvenz des Kreditkarteninhabers, in: Festschrift Gerhardt, 2004, S. 683; Oechsler, Der Aufsichtsrat in der Insolvenz, AG 2006, 606; Passarge, Aktuelle Fragen zur Auslagerung von Pensionsverpflichtungen mittels Contractual Trust Agreements, DB 2005, 2746; Paulus, Der „Escrow Agent“, Eine konkursfeste Hinterlegungsmöglichkeit?, CR 1994, 83; Peschke, Die Insolvenz des Girokontoinhabers, 2005; Piekenbrock, Lastschrift und Insolvenz: Ein Beitrag zur Dogmatik der Einziehungsermächtigung, KTS 2007, 179; Proske, Die Kautionsversicherung in der Insolvenz des Unternehmers, ZIP 2006, 1035; Ringstmeier/Homann, Der „Widerspruch“ gegen Lastschriften durch den Insolvenzverwalter – auch durch Schweigen?, NZI 2005, 492; Rottnauer, Widerspruchsmöglichkeit gegen Einzugsermächtigungslastschriften im Konkurs- oder Vergleichsverfahren des Schuldners?, WM 1995, 272; Karsten Schmidt, Vertragliche Unterlassungsansprüche und Ansprüche auf unvertretbare Handlungen als Masseforderungen und als Insolvenzforderungen?, KTS 2004, 241; Schmidt, Die Gebühren des zunächst vom Gemeinschuldner und später vom Konkursverwalter beauftragten Rechtsanwalts, NJW 1976, 98; Schricker, Verlagsrecht, 3. Aufl., 2001; Schröder, Der sog. Lastschriftwiderspruch in der Insolvenz aus Verwaltersicht, ZInsO 2006, 1; Schwind, Ausgewählte Aspekte zur externen Ausfinanzierung von unmittelbaren Versorgungszusagen durch CTA-/Trust-Modelle, in: Festschrift Andresen, 2006, S. 585; Seitz, Inkassorecht und Insolvenzordnung, NZI 1999, 10; v. Sethe, Nachwirkungen eines erloschenen Girovertrages?, BKR 2008, 16; Spliedt, Neues zum Lastschriftwiderspruch des Insolvenzverwalters?, NZI 2007, 72; Steinhoff, Die insolvenzrechtlichen Probleme im Überweisungsverkehr, ZIP 2000, 1141; Stürner, Der vollstreckungs- und insolvenzrechtliche Schutz der Konsortialbank bei treuhänderisch gehaltenen Grundschulden des Konsortialführers, KTS 2004, 259; ders., Aktuelle Probleme des Konkursrechts, ZZP 94 (1981), 263; Thomas/Dreher, Der Kautionsversicherungsvertrag im System des Privatversicherungsrechts, VersR 2007, 731; Uhlenbruck, Die Kündigung und Vergütung von Beratern, Vorständen und Geschäftsführern in der Unternehmensinsolvenz, BB 2003, 1185; Vosberg, Die Kautionsversicherung in der Insolvenz des Unternehmers, ZIP 2002, 968.

Übersicht

I. Entstehungsgeschichte und Zweck der §§ 115–117 II. Erlöschen von Auftrag und Geschäftsbesorgungsvertrag (§ 115 Abs. 1, § 116 Satz 2) 1. Anwendungsvoraussetzungen a) Auftrag, Geschäftsbesorgung b) Vermögensbezug 2. Rechtsfolge III. Notgeschäftsführung (§ 115 Abs. 2, § 116 Satz 2) IV. Unverschuldete Unkenntnis der Eröffnung (§ 115 Abs. 3, § 116 Satz 2) V. Einzelne Vertragstypen 1. Vertragsvermittlung und ähnliche Vertragstypen 2. Verträge der beratenden Berufe 3. Bankverträge a) Girokonto b) Kontokorrenz c) Überweisungen d) Lastschriftverkehr e) Akkreditiv f) Aval 4. Kautionsversicherung 5. Factoring 6. Treuhandverhältnisse

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