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Preuß – 53. Lfg. 05.2013 – INSO § 39 – Nachrangige Insolvenzgläubiger
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH © RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH 978-3-8145-8700-4 Kübler/Prütting/Bork (Hrsg.), InsO: Kommentar zur Insolvenzordnung 2015 § 39 Nachrangige Insolvenzgläubiger
(1) Im Rang nach den übrigen Forderungen der Insolvenzgläubiger werden in folgender Rangfolge, bei gleichem Rang nach dem Verhältnis ihrer Beträge, berichtigt:
  • 1. die seit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens laufenden Zinsen und Säumniszuschläge auf Forderungen der Insolvenzgläubiger;
  • 2. die Kosten, die den einzelnen Insolvenzgläubigern durch ihre Teilnahme am Verfahren erwachsen;
  • 3. Geldstrafen, Geldbußen, Ordnungsgelder und Zwangsgelder sowie solche Nebenfolgen einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit, die zu einer Geldzahlung verpflichten;
  • 4. Forderungen auf eine unentgeltliche Leistung des Schuldners;
  • 5. nach Maßgabe der Absätze 4 und 5 Forderungen auf Rückgewähr eines Gesellschafterdarlehens oder Forderungen aus Rechtshandlungen, die einem solchen Darlehen wirtschaftlich entsprechen.
(2) Forderungen, für die zwischen Gläubiger und Schuldner der Nachrang im Insolvenzverfahren vereinbart worden ist, werden im Zweifel nach den in Absatz 1 bezeichneten Forderungen berichtigt.
(3) Die Zinsen der Forderungen nachrangiger Insolvenzgläubiger und die Kosten, die diesen Gläubigern durch ihre Teilnahme am Verfahren entstehen, haben den gleichen Rang wie die Forderungen dieser Gläubiger.
(4) 1Absatz 1 Nr. 5 gilt für Gesellschaften, die weder eine natürliche Person noch eine Gesellschaft als persönlich haftenden Gesellschafter haben, bei der ein persönlich haftender Gesellschafter eine natürliche Person ist. 2Erwirbt ein Gläubiger bei drohender oder eingetretener Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft oder bei Überschuldung Anteile zum Zweck ihrer Sanierung, führt dies bis zur nachhaltigen Sanierung nicht zur Anwendung von Absatz 1 Nr. 5 auf seine Forderungen aus bestehenden oder neu gewährten Darlehen oder auf Forderungen aus Rechtshandlungen, die einem solchen Darlehen wirtschaftlich entsprechen.
(5) Absatz 1 Nr. 5 gilt nicht für den nicht geschäftsführenden Gesellschafter einer Gesellschaft im Sinne des Absatzes 4 Satz 1, der mit 10 Prozent oder weniger am Haftkapital beteiligt ist.
Früheres Recht und Entwurfsregelungen: §§ 63, 226 Abs. 2, § 227 KO, § 46 RegE.
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Diss. Köln 2010; Verse/Wurmnest, Rückforderung EG-rechtswidriger Beihilfen und Unternehmenskauf, ZHR 167 (2003), 403; Viertelhausen, Das Finanzamt als Gläubiger im Insolvenzverfahren, InVo 2002, 45; Wälzholz, Die insolvenzrechtliche Behandlung haftungsbeschränkter Gesellschaften nach dem MoMiG, DStR 2007, 1914; H. P. Westermann, Die gesetzlichen Neuregelungen im Kapitalersatzrecht, DZWIR 2000, 1; Wittig, Das Sanierungsprivileg für Gesellschafterdarlehen im neuen § 39 Abs. 4 Satz 2 InsO, in: Festschrift Karsten Schmidt, 2009, S. 1743; ders., Rangrücktritt – Antworten und offene Fragen nach dem Urteil des BGH vom 8.1.2001, NZI 2001, 169; Zahrte, § 39 Abs. 1 Nr. 5 InsO – Auf seine Art inspirierend?, ZInsO 2009, 223; Zeitler, Behandlung der Geldstrafe und der Verfahrenskosten im Insolvenzverfahren, Rpfleger 2001, 337; Zimmermann, Säumniszuschläge der Krankenkassen im Insolvenzverfahren, ZInsO 2001, 495.

Übersicht

I. Normentwicklung und Normzweck 1. Abschaffung der Konkursvorrechte in der InsO 2. Nachrangige Insolvenzforderungen II. Verfahrensrechtliche Besonderheiten III. Die Rangfolge IV. Nachrangige Forderungen (§ 39 Abs. 1 Nr. 1 bis 4) 1. Zinsen und Säumniszuschläge (Abs. 1 Nr. 1) 2. Kosten durch die Teilnahme am Verfahren (Abs. 1 Nr. 2) 3. Geldstrafen und ähnliche Forderungen (Abs. 1 Nr. 3) 4. Unentgeltliche Leistung (Abs. 1 Nr. 4) V. Vereinbarter Nachrang (Abs. 2) VI. Zinsen und Kosten nachrangiger Gläubiger (Abs. 3) VII. Gesellschafterdarlehen (Abs. 1 Nr. 5) 1. Normentwicklung und Normzweck a) Reform durch das MoMiG b) Legitimationsgrund nach Wegfall des Tatbestandsmerkmals „Krise“ aa) Höchstrichterliche Rechtsprechung bb) Literatur (1) „Unwiderlegliche Vermutung der Krisenfinanzierung“ (2) „Inanspruchnahme der Haftungsbeschränkung“ und „Finanzierungszuständigkeit“ 2. Betroffene Gesellschaften (Abs. 4 Satz 1) 3. Gesellschafter als Darlehensgeber a) Kleinbeteiligungsprivileg (Abs. 5) aa) Merkmal „Beteiligungsumfang“ bb) Merkmal „Geschäftsführung“ cc) Zeitpunkt b) Sanierungsprivileg (Abs. 4 Satz 2) aa) Privilegierte Gesellschafter bb) Sanierungszweck c) Ausgeschiedener Gesellschafter, Gesellschafterwechsel d) Zession der Forderung 4. Nachrangige Drittdarlehen („wirtschaftlich entsprechende Rechtshandlung“) a) Gesellschafterähnliche Stellung eines Dritten b) Drittdarlehen aus Mitteln oder für Rechnung des Gesellschafters c) Verbundene Unternehmen 5. Darlehen und Rechtshandlungen, die einem Darlehen wirtschaftlich entsprechen 6. Rückforderung von Beihilfen nach europäischem Beihilferecht

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