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Pape – 30. Lfg. 10.2007 – INSO § 26 – Abweisung mangels Masse
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH & Co. KG © RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH & Co. KG 978-3-8145-8700-4 Kübler/Prütting/Bork (Hrsg.), InsO: Kommentar zur Insolvenzordnung 2015 § 26 Abweisung mangels Masse
(1) 1Das Insolvenzgericht weist den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens ab, wenn das Vermögen des Schuldners voraussichtlich nicht ausreichen wird, um die Kosten des Verfahrens zu decken. 2Die Abweisung unterbleibt, wenn ein ausreichender Geldbetrag vorgeschossen wird oder die Kosten nach § 4a gestundet werden. 3Der Beschluss ist unverzüglich öffentlich bekannt zu machen.
(2) 1Das Gericht hat die Schuldner, bei denen der Eröffnungsantrag mangels Masse abgewiesen worden ist, in ein Verzeichnis einzutragen (Schuldnerverzeichnis). 2Die Vorschriften über das Schuldnerverzeichnis nach der Zivilprozessordnung gelten entsprechend; jedoch beträgt die Löschungsfrist fünf Jahre.
(3) 1Wer nach Absatz 1 Satz 2 einen Vorschuss geleistet hat, kann die Erstattung des vorgeschossenen Betrages von jeder Person verlangen, die entgegen den Vorschriften des Gesellschaftsrechts den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens pflichtwidrig und schuldhaft nicht gestellt hat. 2Ist streitig, ob die Person pflichtwidrig und schuldhaft gehandelt hat, so trifft sie die Beweislast. 3Der Anspruch verjährt in fünf Jahren.
Auf Verfahren, die vor dem 1. 12. 2001 eröffnet worden sind, ist die bisher geltende Fassung von Absatz 1 anzuwenden (Art. 103a EGInsO):
(1) 1Das Insolvenzgericht weist den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens ab, wenn das Vermögen des Schuldners voraussichtlich nicht ausreichen wird, um die Kosten des Verfahrens zu decken. 2Die Abweisung unterbleibt, wenn ein ausreichender Geldbetrag vorgeschossen wird.
Auf Verfahren, die nach dem 1. 12. 2001 und vor dem 1. 7. 2007 eröffnet worden sind, ist die bis zum 30. 6. 2007 geltende Fassung von Absatz 1 anzuwenden (Art. 103c EGInsO):
(1) 1Das Insolvenzgericht weist den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens ab, wenn das Vermögen des Schuldners voraussichtlich nicht ausreichen wird, um die Kosten des Verfahrens zu decken. 2Die Abweisung unterbleibt, wenn ein ausreichender Geldbetrag vorgeschossen wird oder die Kosten nach § 4a gestundet werden.
Früheres Recht und Entwurfsregelungen: § 107 Abs. 1 KO; § 4 Abs. 2 GesO; § 30 RegE.
Literatur: Bretz, Insolvenzen in Deutschland erstmals rückläufig, ZInsO 1999, 707; Bruckmann, Verbraucherinsolvenz, InVo 2000, 185; Budde, Die Haftungsverwirklichung in der masselosen Insolvenz der Kapitalgesellschaft, 2006; Busch, Der Insolvenzverwalter und die Überwindung der Massearmut, 2005; Delhaes, Die Stellung, Rücknahme und Erledigung verfahrenseinleitender Anträge nach der Insolvenzordnung, in: Kölner Schrift, 2. Aufl., S. 141; ders., Kosten im Konkursantragsverfahren, KTS 1987, 597; Dinstühler, Die Abwicklung massearmer Insolvenzverfahren nach der InsolvenzInsolvenzordnungordnung, ZIP 1998, 1697; Förster, Klartext: Von der Kostenstundung zur Restschuldbefreiung – Formaler Zirkus ohne Nutzen!, ZInsO 2002, 116; ders., Steuererklärungspflicht bei Masseunzulänglichkeit führt zur Einstellung mangels Masse!, ZInsO 2000, 444; ders., Beispiel eines Sachverständigengutachtens auf Grundlage der InsO zum Insolvenzgrund und der Kostendeckung, ZInsO 1999, 141; Franz, Insolvenzrechtliche Probleme der Altlastenhaftung nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG), NZI 2000, 10; Frenzel/Schmidt, Zur Bestimmung der verfahrenskostendeckenden Masse, InVo 2000, 149; Fuchs/Bayer, Untersagung und einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung während der Dauer des gerichtlichen Schuldenbereinigungsplanverfahrens, ZInsO 2000, 429; Graf-Schlicker/Remmert, Das neue Insolvenzrecht auf dem Prüfstand, ZInsO 2000, 321; Grote, Die Entscheidung über den Antrag auf Kostenstundung nach § 4a InsO, ZInsO 2002, 179; ders., Die Änderung der Insolvenzordnung durch das Insolvenzrechtsänderungsgesetz, NJW 2001, 3665; Haarmeyer, Abweisung der Verfahrensveröffentlichung mangels Kostendeckung nach § 26 InsO, ZInsO 2001, 103 ff; Häsemeyer, Die Regelung der Masseverbindlichkeiten, der Masseunzulänglichkeit und des Verfahrenskostenvorschusses, in: Leipold (Hrsg.), Insolvenzrecht im Umbruch, 1991, S. 101; Heilmann, Wann muß Abweisung des Konkursantrags mangels Masse erfolgen?, KTS 1988, 83; Henckel, Verbraucherinsolvenzverfahren, in: Festschrift Gaul, 1997, S. 199; ders., Masselosigkeit und Masseschulden, in: Einhundert Jahre Konkursordnung 1877–1977, 1977, S. 169; Hennrichs, Fortsetzung einer mangels Masse aufgelösten GmbH, ZHR 159 (1995), 593; Henssler, Die Rechts- und Pflichtenstellung des GmbH-Geschäftsführers nach Einführung der Insolvenzordnung, ZInsO 1999, 121; Harms, Keine Prozeßkostenhilfe für den Insolvenzverwalter?, InVo 2000, 41; Kaufmann, Die Berücksichtigung sonstiger Masseverbindlichkeiten des § 55 InsO bei der Kostendeckungsprüfung des § 26 Abs. 1 Satz 1 InsO, 2004; Kluth, Das Verfahren bei unzulänglicher Insolvenzmasse oder ein „Himmelfahrtskommando“ für den Insolvenzverwalter, ZInsO 2000, 177; Köhler, Fehlende Anfangsliquidität des Schuldners begründet keine Abweisung des Eröffnunsgsantrags zum Verbraucherinsolvenzverfahren unter dem Vorwande von § 26 Abs. 1 InsO, ZInsO 2001, 743; Kollbach, Verbraucherinsolvenzen und Rückzahlungen von Stundungskosten – INDat-.Auswertung, ZVI 2005, 453; ders., Insolvenzen 1. 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F), ZIP 2002, 237; Pape, Neue Wege zur Entschuldung völlig mittelloser Personen, ZVI 2007, 239; ders., Die Berücksichtigung der Anzeige der Masseunzulänglichkeit im Erkenntnisverfahren, ZInsO 2001, 60 ff; ders., Bevorstehende Änderungen der InsO nach dem InsOÄndG 2001, ZInsO 2001, 587; ders., Reform des Insolvenzrechts durch das Insolvenzrechtsänderungsgesetz 2001, NWB Fach 19, S. 2811; ders., Prozeßführung nach Gewährung von Prozeßkostenhilfe im Rahmen der InsO – insbesondere Geltendmachung von Anfechtungsrechten aufgrund von Prozeßkostenhilfebewilligung, Insolvenzrechtsreport 16/2000, S. 1; ders., Zur Prozeßkostenhilfebewilligung im Verbraucherinsolvenzverfahren, VuR 2000, 13; ders., Masseunzulänglichkeit trotz Masse?, ZInsO 2000, 268; ders., Ein Jahr Verbraucherinsolvenz – Eine Zwischenbilanz, ZIP 1999, 2037; ders., Aktuelle Probleme im Eröffnungsverfahren, ZInsO 1999, 398; ders., Ende der Prozeßkostenhilfe für Insolvenzverwalter?, in: RWS-Forum 14, 1999, S. 29; ders., Insolvenzgründe im Verbraucherinsolvenzverfahren, WM 1998, 2125; ders., Abweisung mangels Masse und Abwicklung masseunzulänglicher Verfahren im Anwendungsbereich der GesO, D spezial 15–16/95, S. 11, 17/95, S. 4, 18/95, S. 6; Pape/Hanser, Massearme Verfahren nach der InsO, 2002; I. Pape/G. Pape, Vorschläge zur Reform des Insolvenzverfahrens, insbesondere des Verbraucherinsolvenzverfahrens, ZIP 2000, 1553; Rattunde/Röder, Verfahrenseröffnung und Kostendeckung nach der InsO, DZWIR 1999, 309; Robrecht, Vorzeitige Löschung des Schuldners im Schuldnerverzeichnis, KTS 2000, 529 ff; Runkel, Reformvorschlag des Arbeitskreises der Insolvenzverwalter Deutschland e. V., NZI 2002, 2; Runkel/Schnurbusch, Rechtsfolgen der Masseunzulänglichkeit, NZI 2000, 49; Schellberg, Das neue Insolvenzrecht, DB 2002, 307; Schmerbach/Stephan, Der Diskussionsentwurf zur Änderung der Insolvenzordnung und anderer Gesetze – Anmerkungen aus insolvenzrichterlicher Sicht, ZInsO 2000, 541; Schmerbach/Wegener, Insolvenzrechtsänderungsgesetz 2006, ZInsO 2006, 400; Karsten Schmidt, „Altlasten in der Insolvenz“ – unendliche Geschichte oder ausgeschriebenes Drama?, ZIP 2000, 1913; ders., Insolvenzordnung und Unternehmensrecht – Was bringt die Reform?, in: Kölner Schrift, 2. 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Übersicht

I. Entstehungsgeschichte 1. Verzicht auf Kostendeckung nur bis zum Berichtstermin 2. Keine Einbeziehung der unausweichlichen Masseverbindlichkeiten 3. Verschärfung der Sanktionen bei Verletzung der Insolvenzantragspflicht a) Erstattungsanspruch gemäß Absatz 3 b) Vorschussanspruch gegen antragspflichtige Personen c) Bedenken hinsichtlich der Praktikabilität des Regelungsvorschlags d) Vorzüge einer Pflichtabgabe e) Verletzung der Insolvenzantragspflicht 4. Einführung einer Stundungsregelung a) Schaffung einer Vielzahl masseloser Regel- und Verbraucherinsolvenz- verfahren b) Abschaffung des Stundungsmodells c) Modell eines Entschuldungsverfahrens 5. Weitere Reformbestrebungen a) Fehlender Zusammenhang zwischen Verwalterhaftung und Massekostendeckung b) Begrenzung der Aufgaben des Insolvenzverwalters 6. Öffentliche Bekanntmachung der Entscheidung über die Abweisung mangels Masse II. Normzweck III. Tatsächliche Entwicklung IV. Feststellung der Massekostendeckung 1. Deckung der voraussichtlichen Gesamtkosten des Verfahrens 2. Feststellung der zur Kostendeckung erforderlichen Insolvenzmasse 3. Weiter gehende Einbeziehung der sonstigen Masseverbindlichkeiten a) Ablehnung der Berücksichtigung sonstiger Masseverbindlichkeiten b) Zweckwidrigkeit der weitgehenden Einbeziehung sonstiger Masseverbindlichkeiten 4. Die Kostendeckung im Verbraucherinsolvenzverfahren 5. Keine Kostendeckung trotz vorhandener Masse im vereinfachten Insolvenzverfahren 6. Deckung der Kosten durch künftigen Erwerb 7. Anhörung des Schuldners vor einer Abweisung mangels Masse V. Finanzierung der Verfahrenskosten durch Vorschussleistungen 1. Höhe des Vorschusses 2. Verfahren bei der Vorschussfestsetzung a) Lösung nach der Konkursordnung b) Fehlende Lösung in der Insolvenzordnung c) In Betracht kommende Einzahler d) Art der Vorschusszahlung und Behandlung des eingezahlten Vorschusses 3. Der Erstattungsanspruch aus Absatz 3 a) Feststellung der Insolvenzverschleppung b) Mögliche Anspruchsgegner VI. Die Kosten- und Auslagenentscheidung bei Abweisung mangels Masse 1. Kostenlast a) Wert des Verfahrens b) Antragsrücknahme und erneute Antragstellung 2. Folgen der Uneinbringlichkeit der Ansprüche des vorläufigen Insolvenzverwalters VII. Die Folgen der Abweisung mangels Masse für den Schuldner 1. Die Eintragung ins Schuldnerverzeichnis 2. Die gesellschaftsrechtlichen Auswirkungen der Abweisung mangels Masse VIII. So genannter nachträglicher Insolvenzverwalter

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