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Bork – 77. Lfg. 08.2018 – EUINSVO2015 Artikel 8 – Dingliche Rechte Dritter
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH © RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH 978-3-8145-8700-4 Kübler/Prütting/Bork (Hrsg.), InsO: Kommentar zur Insolvenzordnung 2018 Artikel 8 Dingliche Rechte Dritter
(1) Das dingliche Recht eines Gläubigers oder eines Dritten an körperlichen oder unkörperlichen, beweglichen oder unbeweglichen Gegenständen des Schuldners – sowohl an bestimmten Gegenständen als auch an einer Mehrheit von nicht bestimmten Gegenständen mit wechselnder Zusammensetzung –, die sich zum Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats befinden, wird von der Eröffnung des Verfahrens nicht berührt.
(2) Rechte im Sinne von Absatz 1 sind insbesondere
  • a) das Recht, den Gegenstand zu verwerten oder verwerten zu lassen und aus dem Erlös oder den Nutzungen dieses Gegenstands befriedigt zu werden, insbesondere aufgrund eines Pfandrechts oder einer Hypothek;
  • b) das ausschließliche Recht, eine Forderung einzuziehen, insbesondere aufgrund eines Pfandrechts an einer Forderung oder aufgrund einer Sicherheitsabtretung dieser Forderung;
  • c) das Recht, die Herausgabe von Gegenständen von jedermann zu verlangen, der diese gegen den Willen des Berechtigten besitzt oder nutzt;
  • d) das dingliche Recht, die Früchte eines Gegenstands zu ziehen.
(3) Das in einem öffentlichen Register eingetragene und gegen jedermann wirksame Recht, ein dingliches Recht im Sinne von Absatz 1 zu erlangen, wird einem dinglichen Recht gleichgestellt.
(4) Absatz 1 steht der Nichtigkeit, Anfechtbarkeit oder relativen Unwirksamkeit einer Rechtshandlung nach Artikel 7 Absatz 2 Buchstabe m nicht entgegen.
Erwägungsgründe: 22, 67, 68
Literatur: Aderhold, Auslandskonkurs im Inland, 1992; Beck, Verteilungsfragen im Verhältnis zwischen Haupt- und Sekundärinsolvenzverfahren nach der EuInsVO, NZI 2007, 1; v. Bismarck/Schümann-Kleber, Insolvenz eines ausländischen Sicherungsgebers – Anwendung deutscher Vorschriften auf die Verwertung in Deutschland belegener Kreditsicherheiten, NZI 2005, 147; Bork, Prinzipien des Internationalen Insolvenzrechts, in: Festschrift Prütting, 2018, S. 613; ders., Principles of Cross-Border Insolvency Law, 2017; Bork/Mangano, European Cross-Border Insolvency Law, 2016; Carballo Piñeiro, Towards the reform of the European Insolvency Regulation: codification rather than modification, NIPR 2014, 207; Favoccia, Vertragliche Mobiliarsicherheiten im internationalen Insolvenzrecht, 1991; Flessner, Dingliche Sicherungsrechte nach dem Europäischen Insolvenzübereinkommen, in: Festschrift Drobnig, 1998, S. 277; ders., Das künftige Internationale Insolvenzrecht im Verhältnis zum Europäischen Insolvenzübereinkommen, in: Stoll, Vorschläge und Gutachten zur Umsetzung des EU-Übereinkommens über Insolvenzverfahren im deutschen Recht, 1997, S. 219; ders., Internationales Insolvenzrecht in Deutschland nach der Reform, IPRax 1997, 1; Gottwald, Grenzüberschreitende Insolvenzen, 1997; Haas, Die Verwertung der im Ausland belegenen Insolvenzmasse im Anwendungsbereich der EuInsVO, in: Festschrift Gerhardt, 2004, S. 319; Hanisch, Das Recht grenzüberschreitender Insolvenzen: Auswirkungen im ImmoImmobiliensektorbiliensektor, ZIP 1992, 1125; Haß/Huber/Gruber/Heiderhoff, EuInsVO, 2005; Herchen, Die Befugnisse des deutschen Insolvenzverwalters hinsichtlich der „Auslandsmasse“ nach In-Kraft-Treten der EG-Insolvenzverordnung (Verordnung des Rates Nr. 1346/2000), ZInsO 2002, 345; Hess/Oberhammer/Pfeiffer, European Insolvency Law, 2014; Huber, Die Europäische Insolvenzverordnung, EuZW 2002, 490; ders., Internationale Insolvenzen in Europa, ZZP 114 (2001), 133; Keay, Security rights, the European Insolvency Regulation and concerns about the non-application of avoidance rules, 41 (2016) European Law Review, 72; Kern/Stangl, Insolvenzanfechtung und Anwendbarkeit des Art. 13 EuInsVO, LMK 2015, 370158; Kolmann, Case note: OLG Naumburg (5 U 73/10): Vis attractiva concursus for actions to set transactions aside by the virtue of Insolvency, IILR 2011, 193; Leible/Staudinger, Die europäische Verordnung über Insolvenzverfahren, KTS 2000, 533; Liersch, Sicherungsrechte im Internationalen Insolvenzrecht, NZI 2002, 15; Mankowski, Europäisches Internationales Insolvenzrecht (EuInsVO), in: Kölner Schrift, 3. Aufl., Kap. 47; Marshall, The future of the European Insolvency Regulation – rights in rem, IILR 2011, 263; Moss/Fletcher/Isaacs, The EU Regulation on Insolvency Proceedings, 3rd ed. 2016; Rauscher (Hrsg.), Europäisches Zivilprozess- und Kollisionsrecht, 4. Aufl., 2015; Schmitz, Dingliche Mobiliarsicherheiten im internationalen Insolvenzrecht, 2011; Schulz, Zur Frage der Anfechtung der Auszahlung eines vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens gepfändeten Betrags, EuZW 2015, 432; Summ, Anerkennung ausländischer Konkurse in der Bundesrepublik Deutschland, 1992; Taupitz, Das (zukünftige) europäische Internationale Insolvenzrecht – Insbesondere aus international-privatrechtlicher Sicht, ZZP 111 (1998), 315; Veder, The Future of the European Insolvency Regulation – Applicable law, in particular security rights, IILR 2011, 285; Virgós/Schmit, Erläuternder Bericht zu dem EU-Übereinkommen über Insolvenzverfahren, in: Stoll, Vorschläge und Gutachten zur Umsetzung des EU-Übereinkommens über Insolvenzverfahren im deutschen Recht, 1997, S. 32; Wessels, International Insolvency Law, 3rd ed. 2012; v. Wilmowsky, Sicherungsrechte im Europäischen Insolvenzübereinkommen, EWS 1997, 295; Wimmer, Die EU-Verordnung zur Regelung grenzüberschreitender Insolvenzverfahren, NJW 2002, 2427.

Übersicht

I. Reform II. Normzweck III. Anwendungsbereich IV. Dingliches Recht 1. Bestimmung nach dem Recht des Belegenheitsstaates 2. Zugehörigkeit zur Insolvenzmasse 3. Erfasste (Sicherungs-) Rechte 4. Das auf den zugrunde liegenden Gegenstand anwendbare Recht V. Belegenheit in einem anderen Mitgliedstaat vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens VI. Rechtsfolgen VII. Anfechtungs-/Nichtigkeitsvorbehalt

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