Vier Gesellschaften der Recycling-Gruppe Fischer im vorläufigen Insolvenzverfahren

09.02.2021

Rund 160 Mitarbeiter bis einschließlich März über das Insolvenzgeld abgesichert Geschäftsbetriebe laufen unverändert weiter

Vorläufiger Insolvenzverwalter Dr. Dirk Pehl von Schultze & Braun prüft Sanierungsoptionen

Achern. Mehrere Gesellschaften der auf Recycling spezialisierten Fischer-Gruppe mit Hauptsitz in Achern haben Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Baden-Baden bestellte den erfahrenen Rechtsanwalt Dr. Dirk Pehl von Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Pehl führt die Geschäftsbetriebe in den vier von den Insolvenzanträgen betroffenen Gesellschaften Fischer GmbH, Fischer Rohstoffe GmbH, Fischer cyclepor Deutschland GmbH und recyplast GmbH weiter fort. Die deutschlandweit rund 160 Mitarbeiter der Gruppe werden bis einschließlich März über das Insolvenzgeld abgesichert.

Ursache der wirtschaftlichen Schieflage sind nach Unternehmensangaben deutliche Umsatzrückgänge, auch aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie. „Während das Geschäft mit der Belieferung des Baugewerbes, zum Beispiel zur Herstellung von Materialien für Putz oder Dachziegeln, relativ stabil lief, sah die Gruppe insbesondere im Kunststoffbereich mit dem Hauptabnehmer Automobilindustrie ein deutliches Absinken der Absatzmenge. Gleichzeitig stieg in manchen Bereichen der Preis für Rohstoffe deutlich, während dieser Mehraufwand durch Preiserhöhungen für Fischer-Produkte nicht an die Kunden weitergereicht werden konnte“, schildert der vorläufige Insolenzverwalter seine ersten Eindrücke vor Ort. Im Geschäftsbetrieb der Fischer Rohstoffe hätte sich Corona dahingehend ausgewirkt, dass insbesondere Zielmärkte wie Großbritannien oder die Türkei und Asien aufgrund der Beschränkungen nicht mehr in bisherigem Umfang beliefert werden konnten.

Dr. Pehl verschafft sich derzeit einen Überblick über die genaue wirtschaftliche Situation der Unternehmensgruppe und prüft Sanierungsoptionen. Die Mitarbeiter am Hauptsitz informierte er in einer Belegschaftsversammlung über das Verfahren. Dr. Pehl kündigte an, sich auf die Suche nach einem Investor zu machen, der bereit und in der Lage ist, das Unternehmen zu übernehmen. „Ziel der Suche ist der Erhalt und die Sicherung der Arbeitsplätze, des Unternehmens und der Standorte“, erklärt Dr. Pehl.

Der Recycling-Spezialist mit einem Jahresumsatz von rund 33 Millionen Euro wurde 1999 gegründet und verfügt heute über neun Standorte im gesamten Bundesgebiet. Das Unternehmen recycelt Kunststoffe und speist sie zurück in den Wirtschaftskreislauf. Standortübergreifend verarbeitet die Gruppe jährlich rund 65.000 Tonnen Kunststoff.

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