Textilrecycler Wasteland hat Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt
• Neuausrichtung unter dem Schutz des Sanierungsrechts / Prozess zur Suche nach neuen Investoren ist bereits angelaufen
• Geschäftsbetrieb wird fortgeführt und läuft ohne Einschränkungen weiter / Löhne und Gehälter der rund 100 Beschäftigen sind bis Oktober 2026 gesichert
Osnabrück / Melle, 1. September 2026 – Die Wasteland GmbH & Co. KG mit Sitz in Melle hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Ziel ist eine wirtschaftliche Neuausrichtung unter dem Schutz des Sanierungsrechts. Das zuständige Gericht in Osna brück hat daraufhin Rechtsanwalt Dr. Malte Köster, Partner der Kanzlei KÖSTERBERNER, zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.
Wasteland ist im Recycling von hochwertigen gebrauchten Textilien tätig. Das Unternehmen sortiert und verpackt Altkleider, die überwiegend per Schiffstransport in Drittländer exportiert werden. Die tägliche Sortierung am Standort in Melle umfasst ein Volumen von rund 30 Tonnen an Textilien. Hintergrund der finanziellen Schieflage sind verzögerte Lieferungen an Kunden im afrikani schen, asiatischen und osteuropäischen Raum aufgrund des Kriegs im Iran. So wurden wich tige Schifffahrtsstrecken nicht in der für das Unternehmen nötigen Frequenz befahren, was zu zeitlichen Verspätungen sowie verzögerten und zum Teil stark rabattierten Zahlungen führte. Zudem konnten zusätzlich belastende Kostensteigerungen im aktuellen Umfeld nicht an die Kunden weitergegeben werden.
Als vorläufiger Insolvenzverwalter hat Köster mit seinem Team um Martin Gehlen die Arbeit im Unternehmen bereits aufgenommen. In einer Mitarbeitersammlung wurden die aktuell rund 100 Beschäftigten über die anstehenden Schritte im vorläufigen Insolvenzverfahren informiert. Der Geschäftsbetrieb wird ohne Einschränkungen fortgeführt. Die Löhne und Gehälter der Be schäftigten sind bis einschließlich Oktober 2026 gesichert. Neben der Stabilisierung des lau fenden Geschäftsbetriebs wird in den kommenden Wochen die Suche nach neuen Investoren vorangetrieben. Um potenzielle Investoren kurzfristig zu identifizieren und anzusprechen, wurde die Burk AG aus Münster mit der Durchführung eines strukturierten Investorenprozes ses beauftragt.
Dr. Malte Köster als vorläufiger Insolvenzverwalter: „Nach einer ersten Bestandsaufnahme sind wir vorsichtig zuversichtlich, dass sich tragfähige Perspektiven für die Zukunft finden lassen. Eine gute Nachricht ist, dass der Geschäftsbetrieb bei Wasteland ohne Einschränkung fortgeführt werden kann. Das ist ein wichtiges Element für erfolgreiche Sanierungen. Zudem haben erste potenzielle Investoren bereits ihr Interesse signalisiert.“
