Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung: Modehändler Yeans Halle richtet sich neu aus
Stuttgart, 23. Juli 2026. Die Trender Jeansmode GmbH & Co. Sportswear Großhandels-KG treibt ihre Neuaufstellung konsequent voran. Mit einem umfassenden Maßnahmenpaket reagiert der stationäre Modehändler auf die anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen der Branche. Ziel der Restrukturierung ist es, die Kostenstruktur weiter zu verbessern, das Unternehmen effizienter aufzustellen und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Fortführung der Filialen der „Yeans Halle“ zu schaffen.
Der Sanierungsprozess wird im Rahmen eines Eigenverwaltungsverfahrens umgesetzt. Als Sanierungsgeschäftsführer (CRO) ist Rechtsanwalt Steffen Beck von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH für die Unternehmensgruppe tätig. Zum vorläufigen Sachwalter bestellte das Amtsgericht Rechtsanwalt Dr. Tibor Daniel Braun von IBK Illig Braun Kirschnek Rechtsanwälte PartGmbB.
Der Geschäftsbetrieb wird in sämtlichen 13 Filialen uneingeschränkt fortgeführt. Die Kunden können weiterhin wie gewohnt vor Ort einkaufen. Auch die Löhne und Gehälter der rund 200 Mitarbeiter sind gesichert.
Herausfordernde wirtschaftliche Situation für Branche
Die Modebranche sieht sich derzeit mit einer Kombination aus schwacher Konsumnachfrage, steigenden Betriebskosten und einem intensiven Wettbewerbsumfeld konfrontiert. Diese Entwicklung stellt insbesondere stationäre Händler vor erhebliche Herausforderungen und erhöht den Anpassungsdruck im Markt.
Das Unternehmen hatte ein erstes Sanierungsverfahren im Rahmen eines Insolvenzplans im Dezember 2024 erfolgreich abgeschlossen. Die damals vorgesehenen Maßnahmen wurden sämtlich umgesetzt. Das herausfordernde wirtschaftliche Umfeld im stationären Modehandel, die Konsumzurückhaltung und die gestiegenen Betriebskosten haben das Unternehmen erneut massiv belastet. Hinzu kamen hohe Belastungen durch einen Hackerangriff im Jahr 2025, der sowohl hohe Kosten als auch zusätzliche Umsatzeinbußen verursachte.
Im Rahmen des Verfahrens sind nun umfangreiche Sanierungsmaßnahmen sowie eine Neuaufstellung der Geschäftsführung vorgesehen, um die Restrukturierung durch das vorhandene Know-how personell zu stärken und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Fortführung des Unternehmens zu schaffen.
Umsetzung notwendiger Maßnahmen für die Neuaufstellung
„Die Eigenverwaltung gibt uns die Möglichkeit, den geplanten Restrukturierungskurs fortzusetzen und die notwendigen Maßnahmen umzusetzen und so die Perspektive für das Unternehmen, die Beschäftigten, Kunden und Lieferanten zu erhalten“, sagt Steffen Beck, der als Sanierungsgeschäftsführer im Rahmen der Eigenverwaltung tätig ist. Das PLUTA Team besteht dazu noch aus den Rechtsanwälten Jonas Scheble und Jannik Stephan sowie Wirtschaftsjuristin Sarah Dingler.
Der vorläufige Sachwalter begleitet das Sanierungsverfahren im Interesse der Gläubiger.
Über die Yeans Halle
Das Traditionsunternehmen ist als stationärer Multilabel Modehändler mit mehreren Filialen seit über 50 Jahren im Südwesten Deutschlands tätig. Die 13 Filialen befinden sich in Amtzell, Augsburg, Karlsruhe, Kempten, Kirchheim, Kornwestheim, Leonberg, Münsingen, Sindelfingen, Singen, Stuttgart, Ulm und Viernheim. Das Unternehmen bietet ein breites Sortiment an Jeansmode und Accessoires und beschäftigt rund 200 Mitarbeiter.
Über das Verfahren
Die Eigenverwaltung ist ein gesetzliches Sanierungsverfahren für Unternehmen. Die Geschäftsführung bleibt im Amt und steuert die Sanierung eigenverantwortlich. Sie wird dabei von einem Sanierungsgeschäftsführer unterstützt. Zudem bestellt das Gericht einen vorläufigen Sachwalter. Dieser begleitet das Verfahren und achtet darauf, dass die Interessen der Gläubiger gewahrt werden. Ziel ist es, das Unternehmen nachhaltig zu sanieren und den Geschäftsbetrieb langfristig fortzuführen.
