MAFO Systemtechnik AG sucht nach einem Investor

16.02.2026

• Mittelständischer Systemanbieter für Metallverarbeitung und Sondermaschinenbau strebt Sanierung an

• Der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Verken prüft Sanierungsoptionen und Investorenlösung

• Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter

• Löhne und Gehälter der 97 Mitarbeiter über das Insolvenzgeld abgesichert

Teisendorf / Rosenheim, 13. Februar 2026. Die MAFO Systemtechnik AG mit Sitz in Teisendorf (Landkreis Berchtesgadener Land) hat beim zuständigen Amtsgericht Traunstein einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Gericht hat daraufhin Rechtsanwalt Michael Verken von der Kanzlei Anchor zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Trotz des eingeleiteten Verfahrens gibt es eine positive Nachricht für Kunden und Partner: Der Geschäftsbetrieb des oberbayerischen Traditionsunternehmens wird vollumfänglich und ohne Einschränkungen fortgeführt.

Stabilität im laufenden Betrieb und Absicherung der Belegschaft

Unmittelbar nach seiner Bestellung hat sich der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Verken zusammen mit seinem Team vor Ort ein Bild von der Lage gemacht und die Belegschaft informiert. „Unser oberstes Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb stabil zu halten und eine langfristige Perspektive für diesen technologisch hochkompetenten Standort zu entwickeln“, erklärt Michael Verken. Die 97 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter neun Auszubildende, wurden bereits über den aktuellen Stand und die weiteren Schritte unterrichtet. Ihre Löhne und Gehälter sind für die kommenden Monate durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert.

Die Auftragslage des Unternehmens ist derzeit stabil, und die Produktion läuft planmäßig weiter. „Die vorhandene Substanz und das Know-how der Mitarbeiter bilden eine hervorragende Basis für die nun anstehende Sanierung. Der Geschäftsbetrieb wird derzeit uneingeschränkt weitergeführt, und Aufträge für die nächsten Monate sind vorhanden“, betont der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Verken.

Traditionsreiches Unternehmen mit hoher Fertigungstiefe

Die MAFO Systemtechnik AG blickt auf eine über 70-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Als mittelständisches Industrieunternehmen hat sich die Firma auf die Metallverarbeitung und den Sondermaschinenbau spezialisiert. Ein besonderes Merkmal ist die enorme Fertigungstiefe: MAFO versteht sich als Systemlieferant, der den gesamten Entstehungsprozess eines Bauteils oder einer Maschine abdecken kann. Dies reicht von der eigenen Gießerei (Grauguss oder Sphäroguss) über die hochpräzise mechanische CNC-Fertigung bis hin zu komplexen Schweißbaugruppen und der Montage kompletter elektromechanischer Systeme.

Das Unternehmen beliefert namhafte Kunden in Branchen wie dem Maschinenbau, der Antriebstechnik, dem Windkraftanlagenbau und der Fahrzeugindustrie. Ein markantes Alleinstellungsmerkmal der MAFO Systemtechnik AG ist zudem ihr Modell der Mitarbeiterbeteiligung, bei dem die Beschäftigten als Aktionäre direkt am Unternehmen beteiligt sind. Im Jahr 2024 erwirtschaftete die AG einen Jahresumsatz von rund 15,3 Millionen Euro.

Ursachen der wirtschaftlichen Schieflage

Die Gründe für den Gang zum Insolvenzgericht sind vielschichtig. Neben der allgemeinen wirtschaftlichen Schwäche in der Industrie haben vor allem die erheblichen Preissteigerungen bei den laufenden Betriebskosten die Liquidität des Unternehmens belastet. Zudem führte ein Sanierungsverfahren bei einem vormaligen Hauptkunden zu einem signifikanten Umsatzrückgang, da dieser wesentliche Geschäftsaktivitäten ins Ausland verlagerte. In der Folge musste das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025 nach über 20 Jahren erstmals einen Verlust ausweisen.

Trotz dieser Herausforderungen setzt das Management weiterhin auf Qualität und Nachhaltigkeit. Erst Anfang 2025 wurden die wichtigen Zertifizierungen nach ISO 9001 (Qualitätsmanagement) und ISO 14001 (Umweltmanagement) erfolgreich erneuert. Auch das Engagement im „Umwelt- und Klimapakt Bayern“ unterstreicht die ökologische Ausrichtung des Betriebs.

Strukturierter Investorenprozess als Ziel

In den kommenden Wochen wird die Insolvenzverwaltung einen strukturierten M&A-Prozess (Investorensuche) einleiten, um einen strategischen Partner für die MAFO Systemtechnik AG zu finden. „Wir suchen einen Investor, der die Marktbedeutung und die technologische Expertise der MAFO erkennt und bereit ist, den Weg in die Zukunft gemeinsam mit der Belegschaft zu gehen. Ich bin zuversichtlich, dass wir eine nachhaltige Lösung finden werden, die sowohl den Gläubigern als auch dem Erhalt der Arbeitsplätze in der Region gerecht wird“, so Michael Verken abschließend.

Team Anchor:
Michael Verken
RA Ole Brauer
Astrid Mayer

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