Lindenfarb Textilveredelung Julius Probst GmbH & Co. KG kann neuerliches Sanierungsverfahren voraussichtlich Ende Januar verlassen

11.01.2021

Gläubiger stimmen Insolvenzplan zu

Neuer Investor steigt ein und will Produktivität weiter verbessern

120 Arbeitsplätze werden abgebaut

Aalen. Der Textilveredler Lindenfarb Julius Probst GmbH & Co. KG kann das neuerliche Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung voraussichtlich Ende Januar bereits wieder verlassen. Die Gläubiger stimmten dem Sanierungsgeschäftsführer Detlef Specovius von Schultze & Braun sowie Sachwalter Dr. Tibor Braun von Illig Braun Kirschnek zu. Der Plan sieht den Abbau von insgesamt rund 120 Mitarbeitenden vor, allerdings auch den Einstieg eines neuen Gesellschafters.

Neuer Gesellschafter wird die STRÄHLE+HESS GmbH mit Sitz in Althengstett werden. Lindenfarb ist schon seit vielen Jahren für STRÄHLE+HESS der wichtigste Wertschöpfungspartner im Bereich der textilen Ausrüstung. Die bisherige langfristige und erfolgreiche Zusammenarbeit kann nun unter neuen Vorzeichen fortgeführt werden.

STRÄHLE+HESS, gegründet 1926 als traditioneller Strick- und Wirkwarenhersteller, beschäftigt mehr als 300 Mitarbeiter an Standorten in Althengstett, Bisingen, Topolcany (Slowakei) und Auburn (USA). Auf der Basis hoch spezialisierter, technischer Textilien bietet STRÄHLE+HESS GmbH Produkte und Lösungen an, die zur Hochwertigkeit und Exklusivität eines Automobils einen wichtigen Beitrag leisten. Die Breite der Textilherstellungsverfahren reicht vom Rund- und Flachstricken über das Kettwirken und Bandweben bis zu den weiterverarbeitenden Technologien wie Schneiden, Kleben, Kaschieren, Fügetechnologien und Konfektionieren. STRÄHLE+HESS entwickelt in seinen Kompetenzfeldern laufend innovative Ideen, die konkrete Problemstellungen seitens der Kunden auf bestmögliche und zuweilen überraschend einfache Weise lösen. Mit seinem hohen Potential an Erfahrung und Fachwissen, mit zahlreichen Patenten und bedarfsorientierten Engineering-Dienstleistungen, zählt das Unternehmen heute zu den führenden internationalen Anbietern von hochwertigen exklusiven textilen Oberflächendekoren sowie technischen Textilien für das anspruchsvolle Automobilinterieur.

Der Investor hat angekündigt, in die Produktion investieren zu wollen, um die Effizienz sowie die Produktivität des Unternehmens weiter zu steigern. Während der laufenden Sanierung hatte das Unternehmen seine Produktionskapazitäten der sinkenden Nachfrage angepasst und den bisherigen Artikelmix bereinigt. „Dabei bilden wir aber weiterhin das gesamte bisherige Produktspektrum weiter ab“, betont Sanierungsgeschäftsführer Specovius.

Der Schritt, sich erneut von vielen Mitarbeitern zu trennen und die Zahl der Arbeitsplätze auf 120 zu halbieren, sei niemandem leicht gefallen. „Aber er war angesichts der massiven Überkapazitäten im Markt und der anhaltend vorsichtigen Abrufzahlen unserer Kunden leider unumgänglich“, sagt Specovius. Die Abstimmung mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft sei in dieser schwierigen Phase dennoch sehr zielgerichtet und konstruktiv gewesen. „Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken und es zeigt, dass selbst in der Krise die Beteiligten sehr gut und vertrauensvoll zusammenarbeiten können.“

Der Textilveredler mit Sitz in Aalen hatte im Juni erneut Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung gestellt, nachdem die Automobilindustrie, ein wichtiger Kundenstamm, aufgrund der Corona-Pandemie weltweit ihre Produktion gestoppt oder heruntergefahren hatte. Noch vor der Pandemie hatte sich das Unternehmen auf gutem Weg aus der Krise gesehen.

Die Lindenfarb Textilveredlung Julius Probst GmbH & Co. KG ist einer der größten Dienstleister im Bereich der Textilveredelung in Europa und Spezialist für Materialien, die in den Branchen Automobil, Luft- & Raumfahrt, Industrie, Bau, Medizin und Bekleidung Anwendung finden. Das Leistungsspektrum umfasst sowohl Oberflächenbehandlungen wie Rauen und Scheren als auch das Färben, Bleichen, Waschen, Reinigen und Beschichten von Textilien.

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