Gläubiger stimmen Insolvenzplan der curasan AG zu

04.09.2020

Plan sieht Übernahme durch Beteiligungsgesellschaft Donau Invest, Wien, vor

Gläubiger erhalten deutlich überdurchschnittliche Insolvenzquote von über 30 Prozent

Insolvenzverwalter Frank Schmitt von Schultze & Braun: „Eine für viele Seiten zufriedenstellende Lösung“

Kleinostheim/Frankfurt am Main. Die Gläubiger der insolventen curasan AG haben heute bei einem Erörterungs- und Abstimmungstermin im Aschaffenburger Schloss dem Insolvenzplan des Medizinprodukte-Herstellers einstimmig zugestimmt. „Mit dem heutigen Votum haben die Gläubiger für den Erhalt des Unternehmens und das baldige Ende des Insolvenzverfahrens gestimmt“, sagt Insolvenzverwalter Frank Schmitt von Schultze & Braun.

Der Plan sieht die Übernahme der curasan AG durch den bisherigen Mehrheitsaktionär, die österreichische Beteiligungsgesellschaft Donau Invest mit Sitz in Wien vor. Dafür wird zunächst das Kapital der curasan AG auf Null herabgesetzt und anschließend eine Barkapitalerhöhung in Höhe von 400 000 Euro durchgeführt. Die neuen Aktien können ausschließlich von der Donau Invest gezeichnet werden. Im Weiteren soll dann die curasan von der Börse „delistet“ werden und als nicht börsennotierte Gesellschaft fortbestehen. Eine derartige Lösung für den Erhalt eines börsennotierten Unternehmens hat es in Deutschland bisher nur in wenigen Einzelfällen gegeben, unter anderem bei der Insolvenz der Pfleiderer AG.

Die Donau Invest hatte bereits während des laufenden Verfahrens den Fortbestand der curasan AG gesichert, indem die Beteiligungsgesellschaft Mittel für die Fortführung bereitgestellt hat. Außerdem stellt die Donau Invest einen Beitrag für die Befriedigung der offenen Forderungen zur Verfügung. Auf diese Weise erhalten die Gläubiger eine deutlich überdurchschnittliche Insolvenzquote von über 33 Prozent.

Nach dem positiven Votum der Gläubiger wird der Insolvenzplan nach einer kurzen Einspruchsfrist in Kürze rechtskräftig und vollständig umgesetzt werden können. Das Insolvenzverfahren könnte danach zeitnah vom Amtsgericht Aschaffenburg aufgehoben bzw. beendet werden.

Der curasan-Vorstand Dr. Alexander Baratta: „Mit der heutigen Entscheidung beginnen wir ein neues Kapitel in der Geschichte der curasan AG. Wir lassen das Insolvenzverfahren langsam hinter uns und können uns wieder voll auf die Zukunft und die Weiterentwicklung unserer Produkte konzentrieren. Wir danken unseren Geschäftspartnern für das Vertrauen, das sie mit ihrem Votum heute ausgedrückt haben. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit diesem Rückenwind wieder voll durchstarten können.“

Insolvenzverwalter Frank Schmitt von Schultze & Braun: „Es ist uns gelungen, eine für viele Seiten zufriedenstellende Lösung zu finden. Mit und über den Insolvenzplan sind nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch seine Rechte und Patente sowie die Arbeitsplätze für die Zukunft gesichert. Das ist ein gutes Ergebnis und zeigt die Stärke des Sanierungsinstruments Insolvenzplan.“

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