Eigenverwaltungsverfahren der Lausitzer „PILZ“ GmbH eröffnet

13.07.2022

Lösung für den Metallverarbeitungsbetrieb soll im vierten Quartal stehen

 

(Finsterwalde, 12.07.2022) Die Produktentwicklungs-, Initiativ- und Lehrzentrum Finsterwalde/Lausitz – kurz: „PILZ“ – GmbH hat eine weitere Hürde auf dem Weg zu ihrer Neuaufstellung genommen: Das Amtsgericht Cottbus eröffnete am 1.7.2022 das gerichtliche Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung des Unternehmens. In diesem Zusammenhang wurde auch Rechtsanwalt Enrico Schwartz von der Kanzlei Schwartz Consulting in seiner Position als Sachwalter bestätigt. Wie in einem Eigenverwaltungsverfahren erforderlich, vertritt er die Interessen der Gläubiger und kontrolliert sowie unterstützt die Unternehmensleitung.

 

Die Eröffnung des Verfahrens erlaubt es dem eigenverwaltenden Geschäftsführer Torsten Lehmann und dem Sanierungsteam der „PILZ“ GmbH, die bereits angestoßenen Maßnahmen fortzuführen und zu intensivieren. Erste leistungswirtschaftliche Anpassungen wurden indes bereits vorgenommen, zudem wird auch der Geschäftsbetrieb des Metallverarbeiters weiter stabil fortgeführt.

 

Unterstützung von vielen Seiten gibt Zuversicht

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie wichtige Kunden und Partner tragen die Neuaufstellung mit und stehen weiter zum Unternehmen. Daher können die Verantwortlichen bei den Sanierungsmaßnahmen in alle Richtungen blicken und sämtliche Optionen prüfen. Unterstützung erhält der eigenverwaltende Geschäftsführer auch von Rechtsanwalt Stefan Ettelt von der Kanzlei Kulitzscher und Ettelt. Als Generalbevollmächtigter übernimmt dieser alle insolvenzrechtlichen Aufgaben in dem gerichtlichen Sanierungsprozess. Unternehmensberater Ronny Baar, Geschäftsführer der ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG, verantwortet daneben die kaufmännische Begleitung. Er und sein Team haben das Controlling im Verfahren übernommen und entwickeln die Finanz- und Liquiditätsplanung für den Betrieb.

 

Bis ins vierte Quartal dieses Jahres soll eine langfristige Lösung für das regional verwurzelte Unternehmen und seine Belegschaft gefunden werden. Der solide Unternehmenskern, der Rückhalt beim Personal und die gewachsenen und stabilen Geschäftsbeziehungen bilden wichtige Voraussetzungen für den Neustart des Metallverarbeiters. Zudem wurde mit der Eigenverwaltung eine Verfahrensart gewählt, die Unternehmen und ihren Gläubigern in der Regel schnelle und nachhaltige Ergebnisse bietet.

 

Von Corona und Materialpreisen in die Enge getrieben

Trotz eines breiten Leistungsportfolios, über 25 Jahren Unternehmenshistorie sowie regionaler Bedeutung geriet die „PILZ“ GmbH dieses Frühjahr in eine Krise. Die letzten beiden Corona-Jahre hatten den Betrieb massiv beeinträchtigt. Es gab hohe Krankenstände. Wirtschaftlich zentrale Kundenprojekte wurden immer wieder ausgesetzt. Zuletzt verschärften die allgemeinen Preisanstiege bei Rohstoffen und Energie die Situation für das Unternehmen weiter. Da sich die Ertragslage der „PILZ“ GmbH zusehends verschlechterte und die Liquidität schwand, konnten Verbindlichkeiten auf absehbare Zeit nicht mehr beglichen werden. Deshalb hatte Geschäftsführer Torsten Lehmann rechtzeitig einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt, dem das Amtsgericht Cottbus am 11.04.2022 stattgegeben hatte.

 

Über die „PILZ“ GmbH

Die Produktentwicklungs-, Initiativ- und Lehrzentrum Finsterwalde/Lausitz GmbH ist schwerpunktmäßig mit der Lohnfertigung im Bereich der Metallverarbeitung befasst.

Nach den Wünschen und Vorgaben von Kunden wie Volkswagen, der Bosch Automotive AG oder der Unternehmensgruppe Max Bögl entstehen beispielsweise Laserteile, Kantbleche, Schweißbaugruppen sowie Dreh- und Frästeile. Ein moderner Maschinenpark und eine eigene Konstruktionsabteilung sorgen hierbei für ein optimales Qualitätsniveau. Daneben betreibt die „PILZ“ GmbH ein Lehrzentrum, in dem Schülerinnen und Schülern aus der Region der Umgang mit dem Werkstoff Metall nähergebracht wird. Dadurch besteht eine intensive Zusammenarbeit mit Schulen und der Metallbranche der Region. Darüber hinaus ist das Unternehmen im Bereich Forschung sowie Entwicklung tätig und kooperiert eng mit Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Kompetenzzentren.

 

Über Kulitzscher & Ettelt

Die Sozietät der Rechtsanwälte Kulitzscher & Ettelt wurde 1968 gegründet und verfügt über Standorte in Dresden sowie Döbeln. In der Sozietät arbeiten derzeit acht anwaltliche Berufsträger. Mit dem Standort Dresden hat sich die Kanzlei bundesweit auf Sanierungsprozesse spezialisiert. Die Sanierungsabteilung leitet der geschäftsführende Partner der Kanzlei, Rechtsanwalt Stefan Ettelt. Mit mehr als 228 eingeleiteten Insolvenzverfahren, der Mitwirkung in insgesamt 49 Gläubigerausschüssen und der Durchführung von mittlerweile 17 Schutzschirmverfahren sowie 45 Eigenverwaltungsverfahren ist die Kanzlei Kulitzscher & Ettelt deutschlandweit führend im Sanierungsbereich. Die Kanzlei wurde bereits im März 2015 vom Finance Magazin als eine der Top 5 Beraterkanzleien in Deutschland für ESUG-Verfahren ausgezeichnet.

 

Über die ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG

ABG Consulting-Partner hat sich seit mehr als 20 Jahren auf die Unterstützung von Unternehmen in Krisensituationen und deren ganzheitliche Sanierung spezialisiert – außergerichtlich wie gerichtlich. Ziel ist die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit und die Neuausrichtung der Unternehmen für den erfolgreichen Restart am Markt. Die Leistungen reichen dabei von der strategischen Beratung über die kaufmännische Begleitung und die Entwicklung von Sanierungsplänen bis hin zur Investoren- oder Finanzierungssuche. Durch die Zugehörigkeit zum Beratungsverbund ABG-Partner mit seinen eigenständigen Gesellschaften in der Steuer- und Unternehmensberatung sowie in Marketing, Recht und Wirtschaftsprüfung kann jederzeit auf umfassende Fachexpertise zurückgegriffen werden.

 

Über die Kanzlei SCHWARTZ Consulting

SCHWARTZ Consulting ist eine auf Insolvenzverwaltung und Sanierung spezialisierte Rechtsanwalts- und Steuerberaterkanzlei mit Niederlassungen in Cottbus, Dresden und Berlin. Die Sozietät verfügt über eine mehr als 30-jährige Erfahrung in der Begleitung von Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen – in Insolvenzverfahren und bei deren Restrukturierung.

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