Schultze & Braun: Solar Millennium – Gläubiger erhalten weitere Abschlagszahlung

07.08.2019

- Insolvenzverwalter Volker Böhm von Schultze & Braun schüttet rund 10,6 Millionen Euro aus

- Weitere Quotenzahlung am Ende des Verfahrens

Erlangen. Die Gläubiger der Solar Millenium AG erhalten eine weitere Abschlagszahlung auf ihre anerkannten Forderungen. Insolvenzverwalter Volker Böhm von Schultze & Braun bereitet derzeit die Ausschüttung von weiteren rund 10,6 Millionen Euro vor. Die Summe entspricht einer Quote von rund vier Prozent. Die Gelder sollen in den kommenden Wochen ausgeschüttet werden.

Bereits 2015 hatten die Gläubiger eine Abschlagszahlung in Höhe von 25 Millionen Euro erhalten, etwa zehn Prozent der anerkannten Forderungen von rund 250 Millionen Euro. Somit haben die Gläubiger bereits eine Quote von rund 14 Prozent erhalten. Nach aktuellen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes liegt die durchschnittliche Insolvenzquote in deutschen Insolvenzverfahren bei unter 3 Prozent.

Eine weitere Quotenzahlung wird es am Ende des Verfahrens geben. Ein genauer Zeitpunkt dafür steht allerdings noch nicht fest. „Ich gehe derzeit davon aus, dass das Verfahren noch einige Jahre dauern wird“, sagte Insolvenzverwalter Böhm.

Die jetzige Quotenzahlung war möglich geworden, nachdem Böhm nach längeren Verhandlungen im Zusammenhang mit dem Solar Millennium-Projekt Andasol III einen Vergleich zugunsten der Insolvenzmasse schließen konnte. „Damit ziehen wir einen Schlussstrich unter eine ganze Reihe komplexer juristischer Fragestellungen und damit verbundenen Unsicherheiten für die Insolvenzmasse“, erläutert Böhm. Ursprünglich hatten die Projektpartner wegen angeblicher Fehlleistungen der Solar Millennium AG Schadenersatz in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro verlangt.

Die Solar Millennium AG plante und finanzierte weltweit Solarkraftwerke. Einen Großteil der Projekte finanzierte Solar Millennium über sogenannte Inhaber-Teilschuldverschreibungen mit einem Anleihevolumen von knapp 230 Millionen Euro. Rund 16 000 Kleinanleger investierten in diese Anleihen. Im Dezember 2011 meldete Solar Millennium Insolvenz an.

Das Unternehmen bestand aus mehr als 60 Projektgesellschaften und Unternehmen weltweit, vor allem in Deutschland, Spanien und den USA. In den USA mussten die dortigen Gesellschaften ebenfalls Insolvenz anmelden. Einen Großteil der Projekte und Beteiligungen konnte Insolvenzverwalter Böhm mittlerweile verkaufen; oder es gelang, über Vergleiche mit den Gläubigern Zuflüsse für die Insolvenzmasse erreichen.

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