Schwartz Insolvenzverwalter: SAHCO zieht Notbremse

14.02.2018

Insolvenzverwalter Harald Schwartz: Geschäftsbetrieb geht weiter

Sahcos Stoffe, Tapeten und Teppiche findet man in exclusiven Privathäusern, Luxushotels und privaten Luxusyachten auf der ganzen Welt. Dennoch hat der weltweit bekannte Textilverleger Sahco aus Nürnberg die Notbremse gezogen.

Das Unternehmen SAHCO Hesslein GmbH & Co. KG meldete am Donnerstag beim Amtsgericht Nürnberg Insolvenz an. „Vorsorglich“, wie Geschäftsführer Christoph Häußler betont. „Wir sind diesen Schritt frühzeitig gegangen, wir sind nicht verschuldet und bei guter Liquidität. Dennoch müssen wir uns neu aufstellen“, so Häußler. „Wir analysieren jetzt schnell und gründlich die Lage“, so Dr. Harald Schwartz. Schwartz wurde vom Amtsgericht Nürnberg zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmt. Der Textilverlag Sahco beschäftigt 80 Mitarbeiter in Nürnberg und weitere 20 bei ausländischen Tochterunternehmen. „Der Geschäftsbetrieb geht erst einmal unverändert weiter, die Mitarbeiter bleiben alle an Bord. Wir werden alles tun, die Firma wieder wettbewerbsfähig zu machen“, so Dr. Harald Schwartz.

Die Gründe für die Insolvenzanmeldung seien Umsatzrückgänge, unter denen die gesamte Textilbranche leide. Der Fachhandel, so Christoph Häußler, werde leider immer schwächer. Sahco habe einen Exportanteil von 80%, die Wirtschaftskrisen in vielen Ländern Europas seien mit ein Grund für die Rückgänge. Sahco gilt eigenen Angaben zufolge weltweit als exclusiver Anbieter und „veredelt mit klassischen, zeitgenössischen oder avantgardistischen Stoffen sowie Tapeten, Teppichen und Accessoires jedes Interieur“. Sahco-Produkte finden sich in den schönsten Privathäusern der Welt, in exklusiven Hotels, in Residenzen und Schlössern, auf Luxusyachten und an berühmten Filmsets.

Hintergrund SAHCO:

Sahco blickt auf eine 180jährige Historie zurück. Samson Abraham Hesslein gründete am 19. Juni 1831 in Bamberg bei Nürnberg das Textilhandelsunternehmen S. A. Hesslein. 1863 verlagerte Hesslein den Sitz nach Nürnberg. In den Jahren bis 1900 spezialisierte sich S. A. Hesslein auf den Handel mit feinsten Teppichen, Möbelstoffen und Dekorationstextilien. Seidenstoffe kommen aus Paris und Lyon, kostbare Perserteppiche aus Wien und Konstantinopel. Firmensitz ist ein typisches Nürnberger Patrizierhaus, das Handel, Lager und Musterei beherbergt. Während des Dritten Reiches emigrierte die Familie in die Vereinigten Staaten. Bei ihrer Rückkehr fand sie das Geschäftshaus nach einem Luftangriff der Alliierten im Jahre 1945 völlig zerstört. In den folgenden Jahrzehnten des Wiederaufbaus expandierte Sahco Hesslein nach Frankreich, Belgien, England, Italien und in die USA, dann auch den Mittleren Osten.

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